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Pressure on Germany by FOX’s O’Reilly Factor.

Von Seattle aus beschreibt Sonja Bonin, mit welchen Vorwürfen der deutsche Botschafter am 3. Dezember in der Live-Sendung „The O’Reilly Factor“ beworfen wurde.

Eine Medienkritikerin hat ihn zum “neuen Papst des TV-Journalismus“ ernannt, seit Bill O’Reilly sich an „Larry King Live“ vorbei an die Spitze des Kabel-TV-Infotainments geschoben hat. Wer sich zu dem ebenso konservativen wie streitsüchtigen Fernsehmoderator ins Studio von Fox News Channel (FNC) wagt, darf keinen seriösen Journalismus à la Tagesschau erwarten. Vielmehr muss er damit rechnen, beschimpft, beleidigt und so lange provoziert zu werden, bis ihm die Werbepausen seine letzten Sekunden Sendezeit gestohlen haben.

Insofern ist Wolfgang Ischinger ein mutiger Mann. Der deutsche Botschafter in Washington konterte die Frage „wird Deutschland endlich im Irak helfen?“ recht geschickt mit der Antwort „Wir haben geholfen“ und verwies immer wieder auf die Unterstützung, die Deutschland vor allem in Afghanistan und allgemein bei der Terrorismus-Bekämpfung geleistet habe. 

Doch sein „Gegner“ O’Reilly fuhr scharfes Geschütz auf: Wenn die USA im Irak scheitern sollten, hätte das katastrophale Auswirkungen für die ganze Welt, „und Ihr seid es, die es erwischen wird“ drohte er gleich als Einstieg unverhohlen. Nur um dann nachzulegen: Die mangelnde deutsche Unterstützung schade den USA. Schröder spiele zu Hause Politik damit, die Amerikaner im Stich zu lassen. Und das, nachdem die Deutschen – „hauptsächlich durch die Largesse der Amerikaner wieder vereint“ wären, nachdem die Amerikaner über sie über Jahrzehnte vorm Kommunismus geschützt und überhaupt von Hitler befreit hätten. „Mein Geld steckt in der Befreiung Ihres Landes“, warf er dem deutschen Botschafter vor. “Sie stehen in unserer Schuld!“ 

Was blieb dem Deutschen anderes übrig als eben dafür „ewige Dankbarkeit“ zu schwören. Immerhin das Schlusswort gehörte Ischinger, und er nutzte es, um die Hilfe der Bundesrepublik bei der Entschuldung des Irak in Aussicht zu stellen. Er hat sich tapfer geschlagen. 

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