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“Als Urheber der deutschen Wiedergutwerdung stören die USA”

From one of our readers: “Richard Herzinger (früher bei 'Die Zeit', heute bei der sehr lesenswerten schweizer Wochenzeitung 'Die Weltwoche') hat einen interessanten Essay zum Verhältnis der Deutschen und Deutschland zu den USA geschrieben:”
"Amerika - eine deutsche Wunde", Internationale Politik, Mai-Heft 2005:

Unter amerikanischem Schutz florierte Deutschland. Jetzt will sich das Land endlich von den USA abnabeln. Dabei geht es nicht um Politik, sondern um Identität. Die neue Selbstdefinition wird auf dem Terrain der Vergangenheit gesucht und artikuliert sich als Stolz auf die gelungene Läuterung. Ein friedliches Europa anstelle der machtbewussten USA soll nun der Welt zum Vorbild dienen. Doch ein Ende der amerikanischen Supermacht sollte sich Deutschland lieber nicht wünschen.

(…) Der Schluss liegt daher nahe, dass es sich beim jüngsten Distanzierungskurs von Amerika mehr um eine identitäts- und geschichtspolitische als um eine realpolitische Operation handelt. (…) Jenseits des tagespolitischen Interessenskalküls werden in diesem Prozess der Verschiebung geschichtspolitischer Parameter langfristige Grundlagen für eine fortschreitende Entfremdung, wenn nicht Abkoppelung Deutschlands von den USA gelegt.

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